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Die homöopathische Hausapotheke 
 

Im Folgenden wird eine echte Notfallapotheke vorgestellt, die eigentlich in keinem Haushalt und auf keiner Reise fehlen sollte.
In dieser Apotheke sind die allerwichtigsten Mittel
enthalten, um die meisten Verletzungen
oder Unfälle, die einem so passieren können, homöopathisch zu versorgen.

Bei den aufgeführten Mitteln sind kurze Anwendungsbereiche angegeben. Diese können genannt werden, weil bestimmte Mittel
zu einem gewissen Bereich eine besondere Affinität haben.
Es verhält sich nun mal so, dass man nach einem Sturz oder Schlag
in den allermeisten Fällen in einen Arnica-Zustand gerät. Für eine Erstversorgung reichen die angegebenen Mittel deswegen in der Regel aus.
Zur weiteren Versorgung oder wenn das gewählte Mittel nicht genügend anspricht,
muss genauer geschaut werden, um ein zum Zustand
des Patienten möglichst ähnliches Mittel zu finden.

 

Notfallapotheke

Aconitum napellum C 200 (nach Schreck, bei Schock, mit großer Unruhe und Angst)
Apis melifica C 200 (bei allergischen Reaktionen oder Schock, Ödemen, Insektenstichen)
Arnica montana C 200 (Verletzungen aller Art durch Schlag usw., Prellungen, stumpfe Traumata; bei Muskelkater)
Arnica montana C 10000 (bei schwereren Verletzungen, besonders Kopfverletzungen)
Arsenicum album C 200 (Lebensmittelvergiftung, Durchfall, Erbrechen mit Unruhe)
Belladonna (Sonnenstich; Entzündungen mit Rötung und Schmerzen; plötzliches hohes Fieber)
Carbo vegetabilis C 200 (Kreislaufkollaps mit Kälte und Blässe; Patient möchte frische Luft zugeführt bekommen)
China C 200 (Schwäche oder Kollaps nach Blut- oder Flüssigkeitsverlust)
Hypericum C 200 (bei Verletzungen nervenreichem Gewebe, wie gequetschte Fingerspitzen, Schlag aufs Steißbein etc.)
Hypericum C 10000 (bei starken, unerträglichen Nervenschmerzen, wie abgebrochener Zahn usw.)
Kalium carbonicum C 200 (nach Sturz oder Schlag auf den Rücken im Lumbal- oder Sakralbereich)
Ledum C 200 (nach Stich- oder Bissverletzungen; blauem Auge; Tetanus-Prophylaxe; nach Bienen- oder Insektenstichen)
Millefolium C 1000 (nach Sturz aus der Höhe mit Verdacht auf innere Blutung)
Phosphorus C 200 (hellrote Blutungen bei Verletzungen, Nasenbluten; erfrorene Zehen)
Rhus toxicodendron C 200 (Sehnen- und Bänderverletzungen, nach Verstauchung oder Zerrung)
Ruta graveolens C 200 (Verletzungen und Schmerzen der Knochenhaut, nach Schlag auf den Knochen)
Staphisagria C 200 (Schnittverletzungen, nach Demütigung, Vergewaltigung)
Symphytum C 200 (bei Knochenverletzungen, nach Brüchen, Knochenschmerzen, Meniskusverletzungen, Muskelverkrampfung nach Brüchen)
Vespa crabro C 200 (nach Wespen- oder Hornissenstichen)
Calendula Urtinktur (1:10 verdünnt zur Wundversorgung)
Ecinacea Urtinktur (1:10 verdünnt zur Wundversorgung nach Bissen oder tieferen Stichverletzungen)

In dringenden Fällen werden einfach von dem entsprechenden Mittel drei Globuli dem Patienten auf die Zunge gegeben. Ist eine weitere Gabe des Mittels nötig, so werden weitere drei Globuli in etwas Leitungswasser aufgelöst, vor jeder Gabe zehnmal kräftig gerührt (Plastiklöffel!) und nach Bedarf teelöffelweise verabreicht. Das kann in sehr akuten Fällen durchaus alle fünf oder zehn Minuten der Fall sein. Sobald eine Linderung der Beschwerden auftritt wird der Zeitraum zwischen den einzelnen Gaben vergrößert, bis keine weiteren Symptome vorhanden sind oder aber es nicht mehr voran geht und sich das Symptombild verändert hat. Hier ist ein weiteres Mittel gemäß den nun vorherrschenden Symptomen zu wählen.
Wenn es nicht sehr schnell gehen muss, kann gleich zu Anfang statt der direkten Gabe der Globuli, das Mittel in Wasser gelöst und wie oben angegeben verabreicht werden.

Schürf-, Riß-, Platz-, Schnitt- und andere Wunden können mit Calendula Urtinktur versorgt werden. Dazu werden in eine viertel Tasse Wasser etwa 30 Tropfen der Urtinktur gegeben und diese Lösung mittels einer Kompresse oder eines anderem sterilen Tuchs auf die Wunde gelegt. Mit dieser Lösung können auch verschmutzte Wunden gereinigt werden. Eine Gabe Calendula C 200 regt die Wundheilung zusätzlich an.

Bei Bissverletzungen oder tiefergehenden Stichwunden, die wenig bluten, empfiehlt es sich mittels Druckmassage um die Wunde herum die Blutung anzuregen. Anschließend wird die Wunde mit Echinacea-Lösung (1:10) gereinigt und behandelt. Zusätzlich eine Gabe Ledum C 200 .

Kleinere Brandwunden oder leichterer Sonnenbrand kann gut mit Essigkompressen behandelt werden. Verbrühungen oder schwerere Brandverletzungen können mit der Baumwoll-Implantat-Methode schnell und effektiv behandelt werden. Dazu wird reine Baumwolle (Watte oder Stoff) verascht und die Asche mit einem Olivenöl zu einer Paste vermengt. Diese Paste wird direkt auf die verbrannte Stelle aufgetragen und dort belassen.
Die wichtigsten homöopathischen Mittel bei Verbrennungen sind Aconit, Cantharis und Causticum.

Trotz effektiver homöopathischer Erstversorgung ist - je nach Schwere - die Hilfe eines Arztes angebracht. Mitunter können auch Verletzungen unterschätzt werden und es ist durchaus sinnvoll einen Arzt zu Rate zu ziehen. Innere Blutungen sind z.B. schwer zu erkennen und könnenTodesursache nach Sturz oder Unfällen sein. Die homöopathischen Mittel zur Erstversorgung hier sind Arnica C 200 (oder C 1000) und Millefolium C 1000.

Es heißt, dass die höheren Potenzen wie C 10000 allgemein von Laien nicht angewendet werden sollten. In dringenden Notfällen jedoch, wie z.B. extrem starken Nervenschmerzen (abgebrochener Zahn etc.) kann eine Gabe Hypericum C 10000 verabreicht werden und der Patient wird dadurch oft sehr schnell von seiner Qual befreit werden.
Arnica C 10000 ist wirklich heftigen Notfällen oder nach Operationen vorbehalten. Bei schwereren Kopfverletzungen (Schädelbruch) oder nach Autounfällen mit schwereren Verletzungen kann eine Gabe Arnica C 10000 segensreich sein und einen tiefen Heilungsprozess einleiten. Dennoch muss hier selbstverständlich sofort der Notarzt gerufen werden. 

 

 

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